#vogelfree Lifestyle

Wir sprechen #vogelfree, und du?

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig gut unterhalten? Ach so, lass mich „richtig gut“ kurz vogelfree definieren. Richtig gut heißt für mich: Ohne abgestecktes Zeitfenster, ohne Smalltalkgebrabbel, ohne Essen zwischen den Zähnen, ohne Smartphone Gediller, ohne Smartphone Geheule, ohne Kindergeschrei, ohne Clubatmosphäre, ohne Alkpegel, kurzum, ohne Ablenkung. Nehmt euch die Zeit, falls ihr sie habt. Die braucht es für die Recherche nach einem solchem Erlebnis im Jahr 2018 wohl auch. Aber selbst wenn die oben genannten Kriterien lückenlos erfüllt sind, heißt das noch lange nicht das euer Gespräch direkt den gewünschten Tiefgang erreicht…

Chris, #vogelfree Jünger der ersten Stunde, bloggt für euch in der Kategorie „#vogelfree Lifestyle – wie wir ticken, und warum!“ zum Ursprung der Bewegung, den Menschen hinter dem Vogelspirit und ihre Gedanken zum Erleben des Lebens als Abenteuer

Sprechen heißt Reflektieren. Wer sich über den Tellerrand hinaus austauschen möchte, benötigt dafür natürlich entsprechendes „Futter“. Klar kann ich mir neben Büchern auch über digitale Werkzeuge wie Wikipedia jede Menge an vorgekautem, handlich verpacktem Wissen anlesen, aber ist das wirklich alles? Ist es alles, reine Informationspakete auf Knopfdruck ausspucken zu können? Aus meiner Sicht nicht! Die Kunst ist, sich möglichst oft selbst ein Bild zu machen, Geschehen zu reflektieren, einzuordnen und somit eine ganz eigene Sicht auf die Dinge zu entwickeln. Das ist der eigentliche Mehrwert. Und wer sich genau damit beschäftigt, der wird immer wieder Gespräche mit spannender Tiefe und unerwarteten Wendungen erleben. Gespräche die sich nach kürzester Zeit ganz automatisch von der Smalltalk Oberfläche hin zum Erlebnis für beide Seiten entwickeln.

Quelle: „F.R. – Wir Schweigen Es Tot“ – https://www.youtube.com/watch?v=ZR2U5Myrmdk

Wer fragt, gewinnt, Tiefe. Jedes Gespräch wird recht schnell eintönig und schlussendlich zwanghaft, wenn das Interesse am Gegenüber fehlt. Ich bin der festen Überzeugung: Jeder Mensch hat etwas an sich, erlebt oder geplant das interessiert. Mir kommt es aber leider so vor, als ob durch die Egoplattformen, auch Social Media genannt, die Fähigkeit qualitative Fragen zu stellen, mehr und mehr abhandenkommt. Da Facebook und Co den Drang fördern, seine komplette Energie in die Präsentation der besten Version seiner Selbst zu legen, kommt dadurch auch das ernsthafte (!) Interesse am Gegenüber sehr viel kürzer. Es scheint fast, als ob sich eine ganz neue Form der Angst entwickelt, durch Fragen könnte der Gegenüber sich als „besser“ oder erfolgreicher outen. Um dies zu vermeiden, beschränken sich die Fragen entweder auf Oberflächliches oder Alltägliches, bei dem diese Gefahr von vorne herein möglichst klein gehalten wird. Meiner Meinung nach ist das genaue Gegenteil der Fall und klarer Mehrwert, für beide. Wer nachfragt, zeigt Interesse und schafft damit Vertrauen, erfährt häufig interessante Details und lernt vom Gegenüber. Es kommt aus meiner Erfahrung nicht zu selten vor, dass Themen ohne Nachfrage zu kurz kommen, da es für den potentiellen Erzähler alltäglich ist und er es deshalb fälschlicherweise für weniger interessant hält. Beispiel gefällig? Du arbeitest im Zoo und pflegst die Elefanten (für vogelfree Groupies auch gerne „die Vögel“). Durch deinen täglichen Kontakt mit den Tieren sind dir einige Eigenschaften und Fähigkeiten der Tiere wohl bekannt und deshalb eventuell weniger spektakulär. Dein Gegenüber, der bisher nur wenige Male bzw. vielleicht sogar noch nie einen Elefanten (oder „Vögel“) gesehen hat, findet diese demzufolge wesentlich außergewöhnlicher und wäre sehr interessiert an deinen Erzählungen. Stelle dir die Frage, was im schlimmsten Fall mit deiner Frage passieren kann. Nichts, du bekommst keine Antwort.

Radikale Ehrlichkeit. Sobald ein Gespräch an Fahrt und vor allem Tiefe zulegt, ist es natürlich vorprogrammiert das unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen. Grundsätzlich ist dieser Moment sehr wertvoll, da eine Diskussion auf Augenhöhe jedem Dialog einen spannenden Pep verleiht. Diskussion heißt Argumentation und Emotion. Auch in dieser Emotion und trotz unterschiedlicher Meinungen bestimmt, aber trotz alledem wertschätzend zu kommunizieren, ist eine Kunst für sich. Ich konnte bereits in zwei Workshops der Kommunikationsform „Radical Honesty“ sehr hilfreiche Werkzeuge zum sinnvollen Einsatz der „Radikalen Ehrlichkeit“ kennen und einsetzen lernen. Meiner Meinung nach gilt es in jedem menschlichen Kontakt, sein Gegenüber einschätzen und sich selbst „spüren“ bzw. Gefühle deuten zu können. Nur unter dieser Voraussetzung ist es möglich, befreiend offen und direkt zu kommunizieren, aber eine wortwörtliche Verletzung des Gegenübers dadurch zu vermeiden. Die geschätzten Herren Jakob aus Ulm und Christoph aus München sind ausgebildete Coaches und bieten euch bei Interesse eine spannende Workshop Umgebung, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Jakob (Radical Honesty Ulm)

Radical Honesty Workshop Ulm „in Aktion“

Christoph (Radical Honesty München) mit Freundin und Radical Honesty „Erfinder“ Brad Blanton

Quelle: Christoph, Radical Honesty München „Radikale Ehrlichkeit: Was, wenn wir immer ehrlich wären? || PULS Reportage“ – https://www.youtube.com/watch?v=HtxRwHHUQrM&t=66s

Aber neben den (möchtegern-) philosophischen Gedanken in diesem vogelfree Artikel kommt auch in unseren Reihen der Ballermann6-Trash-Talk mit Dosenbier nicht zu kurz. Die Mischung macht’s, wie immer. Lebt´s doch einfach!

Chris

Übrigens: Obwohl ich selbst größter Fan und effektivster Nutzer der Voicemail Funktion bin, ersetzt diese Form der sprachlichen Kommunikation keinen realen Dialog. Ich muss leider mit schmerzverzerrtem Gesicht zugeben, dass ich folgendem Contra aus dem Artikel eines Kollegen nur wenig entgegen zu setzen habe:

Mit echter gesprochener Kommunikation ist es wie mit einem Ballspiel. Ein Anruf, eine Frage, der Anfang eines Gesprächs, das ist ein Angebot. Ich signalisiere: Ja – oder eben Nein. Bei Ja folgt ein Passspiel, hin und her, du und ich. Echter Austausch eben.

Mit Sprachnachrichten auf WhatsApp ist das anders. Da nimmt das Gegenüber den Ball und haut ihn mir in die Fresse. Danach liegt der Ball in meinem Feld, und ich bin dran. Ob ich will oder nicht.

Quelle: „Das ist geistiger Missbrauch“ – https://taz.de/!5548955/

Und wie kommunizierst du?

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